Eine Untersuchung zu den Werken und der Vernetzung von zwei spätbyzantinischen Malern auf Kreta

Vortrag von Jessica Schmidt, M.A. (Mainz)

Die Mehrheit der byzantinischen Kirchen Kretas entstand im 14. und 15 Jh. und somit im Spannungsfeld der venezianischen Besatzung. Die Werke der sogenannten „Veneris-Werkstatt“ sind an den Anfang des 14. Jhs. zu datieren. Auf Grundlage zweier signierter Kirchenausmalungen wurde im Rahmen des Projektes "Die spätbyzantinischen Wandmalereien des Theodor Daniel und Michael Veneris. Eine Untersuchung zu den Werken und der Vernetzung von zwei kretischen Malern" eine detaillierte Stilanalyse für die beiden Maler Theodor Daniel und Michael Veneris, die Onkel und Neffe waren, vorgenommen.
Mit dem Herausarbeiten der malerspezifischen Gestaltungselemente in Bezug auf Stil, Ikonographie und Bildprogramm konnten jetzt erstmals auch unsignierte Malereien den beiden Künstlern gesichert zugesprochen werden. Insgesamt ließen sich so dreißig Kirchenausmalungen bzw. Teile davon als Arbeiten dieser zwei Maler identifizieren. Einige von ihnen waren bislang noch völlig unpubliziert oder nicht mit diesem Werkstattkomplex in Verbindung gebracht worden.
Neben der Zuschreibung der Werke widmet sich das Projekt auch weiterführenden kunsthistorischen Fragestellungen. So wird die Zusammenarbeit von Theodor Daniel und seinem Neffen genauso untersucht, wie die Verbindung zu Ioannes Pagomenos und anderen kretischen Malern ihrer Zeit. Dabei spielt die Frage nach der Vernetzung der Maler untereinander eine zentrale Rolle und soll die Kooperation der Künstler miteinander näher beleuchten.

Detail aus der Darstellung der Geburt Christi in der Kirche der Panagia in Fres, Chania, Bezirk Apokoronas, Kreta, Anfang 14. Jh. (Foto: V. Tsamakda).

09.11.2017, 18:15

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