Mainz als Gastgeber für internationales Graduierten-Netzwerk

Mainz. „Being a part of the network“ könnte man als das Motto des jährlichen internationalen Zusammenkommens von Promovierenden aus Princeton, Oxford, Wien, Berlin (Freie Universität) und Mainz bezeichnen. Das siebte Seminar des „Graduate Exchange“ zur spätantiken, byzantinischen und frühmittelalterlichen Geschichte fand in diesem Jahr in Mainz statt. Der Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz (LWC Byzanz) ist seit 2014 Mitglied des Netzwerks und richtete das diesjährige Treffen aus, auf dem vier Promovierende der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ihre Forschungsergebnisse vorstellten.

Die Teilnehmer präsentierten vom 19.-21. Mai an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) und am Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) ihre neuesten Forschungsergebnisse zu verschiedensten Themenfeldern der spätantiken-, byzantinischen- und frühmittelalterlichen Geschichte und der frühmittelalterlichen Archäologie. Initiiert von der Universität Princeton soll das Austauschprogramm die Möglichkeit zur internationalen Vernetzung von Professoren und Doktoranden dienen. Von den betreuenden Professoren an der JGU nahmen Professor Johannes Pahlitzsch, Fachvertreter der Byzantinistik und Vorstandsmitglied des LWC Byzanz, sowie Prof. Dr. Heike Grieser (Alte Kirchengeschichte und Patrologie) und Prof. Dr. Ludger Körntgen (Mittelalterliche Geschichte) teil.

Der LWC Byzanz trug durch finanzielle und organisatorische Unterstützung zum Gelingen des Treffens bei. „Es freut uns, dass Mainz aufgrund der weltweit beachteten Aktivitäten des LWC Byzanz zur Mitwirkung an dem Netzwerk eingeladen wurde und wir in diesem Jahr die Möglichkeit hatten, Gastgeber für die Kollegen und ihre Promovierenden zu sein“, so Professor Falko Daim, Generaldirektor des RGZM und gleichzeitig Sprecher des LWC Byzanz.

Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident (LWC Byzanz)

Die 2011 gegründete Initiative ist eine von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte Kooperation des RGZM, der JGU und weiteren Partnern. Der LWC Byzanz hat es sich zum Ziel gesetzt außeruniversitäre und universitäre Byzanz-Forschung stärker zu vernetzen. Ein weiteres Ziel der Kooperation ist die Erforschung der kulturellen Transfer-, Austausch- und Rezeptionsprozesse von der Antike bis in die Neuzeit und gleichzeitig von Europa in den Orient, die von Byzanz ausgingen oder an denen Byzanz beteiligt war. Die breite Plattform für interdisziplinäre Byzanz-Forschung entsteht durch den Zusammenschluss des Leibniz-Forschungsmuseums RGZM mit den Fächern Byzantinistik, Christlicher Archäologie und Byzantinischer Kunstgeschichte sowie weiterer zehn Disziplinen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Unter diesem Konzept fördert der Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz die Integration der zersplitterten Wissenschaftsdisziplinen, die sich mit Byzanz befassen. Er ermöglicht themenorientierte, multidisziplinäre, historisch-kulturwissenschaftliche Forschung unter einem Dach und bewirkt durch einen gemeinsamen Auftritt der Byzanz-Forschung eine bessere Sichtbarkeit dieses Fachgebiets. Durch die bisherigen Aktivitäten hat sich Mainz als eines der wenigen internationalen Zentren für Byzanz-Forschung etabliert.

Römisch-Germanisches Zentralmuseum (RGZM)

Das RGZM ist eine weltweit tätige Forschungseinrichtung für Archäologie mit Hauptsitz in Mainz sowie Nebenstellen in Mayen und Neuwied. 1852 vom Gesamtverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet, ist es seit 1870 eine Stiftung des öffentlichen Rechts und seit 2002 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM) richtet seine Forschung derzeit neu aus. Der Beitrag, den archäologische Forschung mit ihrem weit zurück reichenden Blick für die Bearbeitung und Bewältigung von Problemstellungen des gegenwärtigen Menschen leisten kann, wird zukünftig noch mehr im Fokus seiner wissenschaftlichen Arbeit und deren Vermittlung stehen. Die Kompetenzen des RGZM liegen u.a. im Zusammenspiel von Restaurierung, Archäometrie, experimenteller und antiquarischer Archäologie. Die Forschungen erfolgen in einem internationalen und interdisziplinären Netzwerk. In mehreren Museen und breitgefächerten Publikationen aus dem eigenen Verlag vermittelt es seine Forschungsergebnisse an die Öffentlichkeit.

Weiterführende Links

Matthew Kinloch (Oxford) referiert über sein Forschungsthema „Approaching George Akropolites’ Chronike Syngraphe: Postmodern Epistemology and Intertextual Evidence“ auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Foto: J.Schmidt/RGZM.