Statement zum Krieg gegen die Ukraine und den Missbrauch von Geschichte

Als akademisches Zentrum, das sich dem Studium und der Förderung von Byzanz, seinem Erbe und seinem Beitrag zur Bildung der europäischen und besonders der osteuropäischen Kultur widmet, verurteilen wir aufs Schärfste den von Wladimir Putin unrechtmäßig geführten Krieg gegen die Ukraine, dessen Volk und deren Kultur.
Wir verurteilen die andauernde Bedrohung von Menschenleben, Kunstschätzen und Kulturerbe durch die bewaffneten Truppen der Russischen Föderation.
Wir bekunden unsere Solidarität mit dem ukrainischen Volk, wie auch den Russen und Belarussen, die gegen den Krieg sind.
Wir lehnen insbesondere den Missbrauch historischer Argumente durch die Russische Föderation ab, um territoriale Ansprüche, revisionistische nationalistische Politik und militärische Aggression zu legitimieren.
Wir wehren uns gegen das Narrativ als Vereinfachung einer komplexen historischen Entwicklung und einer willkürlichen Anwendung historischer Argumente, um territoriale Ansprüche und die Beherrschung eines unabhängigen Landes zu rechtfertigen.
Die europäische Geschichte hat bewiesen, dass solche angeblich historisch begründeten Ansprüche allzu häufig zu Krieg, Blutvergießen und Unterdrückung geführt haben.

Zusammen mit zahlreichen anderen wissenschaftlichen Institutionen, zusammen mit Wissenschaftlern der ganzen Welt und zusammen mit Menschen guten Willens, fordern wir einen sofortigen Waffenstilstand, damit nicht noch mehr Menschen, Zivilisten und Soldaten ihr Leben verlieren, damit nicht noch mehr Häuser zerstört werden und damit nicht noch mehr Kulturgüter für immer verloren gehen.

 

Vorstand des Leibniz WissenschaftsCampus – Byzanz zwischen Orient und Okzident – Mainz/Frankfurt

3. März 2022