Wolfgang Fritz Volbach-Fellowship

Das Wolfgang Fritz Volbach-Fellowship dient dem Zweck, den Forschungsstandort Mainz/Frankfurt im Bereich der Byzantine Studies enger mit der internationalen Fachwelt zu vernetzen. Es ermöglicht Wissenschaftlern/innen, die zum Themenfeld des Leibniz-WissenschaftsCampus - Byzanz zwischen Orient und Okzident - Mainz/Frankfurt arbeiten, einen vierwöchigen Forschungsaufenthalt in Mainz oder Frankfurt, die Nutzung der vorhandenen Bibliotheken und wissenschaftlichen Infrastrukturen sowie den interdisziplinären fachlichen Austausch. Pro Jahr vergibt der Vorstand jeweils ein Fellowship für das Sommer- und Wintersemester über das Bewerbungsverfahren an Wissenschaftler/innen in einem frühen Stadium ihrer Karriere.

Ressourcen in Mainz und Frankfurt

Die Bibliothek des Römisch-Germanischen Zentralmuseums ist mit einem Bestand von etwa 170.000 Medieneinheiten und 2000 Zeitschriften eine der größten und bedeutendsten Spezialbibliotheken zur Archäologie der alten Welt in Europa. Das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte verfügt über eine Bibliothek mit ca. 90.000 gedruckten Titeln und ca. 900.000 elektronischen Lizenzexemplaren an Literatur zur Geschichte Europas seit der Mitte des 15. Jahrhunderts. Schwerpunkte bilden die europäische und internationale Geschichte sowie die Kirchen- und Theologiegeschichte seit Humanismus und Reformation.

Die Ressourcen der beiden Leibniz-Institute werden durch die umfangreichen Beständen der Bibliotheken an der Johannes Gutenberg-Universität ergänzt, vor allem durch die Spezialbibliotheken des Arbeitsbereichs Byzantinistik am Historischen Seminar sowie der Abteilung Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte am Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft.

Abgesehen von Bibliotheksbeständen bieten die Sammlung des RGZM, die zahlreiche byzantinische Originale und Repliken umfasst sowie die Sammlung des Prinzen Johann Georg zu Sachsen im Landesmuseum Mainz (Dauerleihgabe des Instituts für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft) Referenzmaterial für Forschungen zur Archäologie, Kunstgeschichte und materiellen Kultur.

Die Universitätsbibliothek Frankfurt am Main zählt mit ihren umfangreichen Beständen und Sammlungen zu den zentralen wissenschaftlichen Bibliotheken in der Bundesrepublik Deutschland. Das Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften hat einen Schwerpunkt in Literatur zur Spätantike bzw. der frühbyzantinischen Epoche. Es koordiniert seine Anschaffungen mit der Bibliothek des Max-Planck-Instituts für Europäische Rechtsgeschichte, welche in der Region den umfangreichsten Bestand zur Byzantinistik beherbergt und Zugang zu den elektronischen Ressourcen der Max-Planck-Gesellschaft bietet. Für archäologische Forschungsprojekte hält die Bibliothek der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts relevante Bestände vor allem an Zeitschriften bereit. Für religionsgeschichtliche Fragestellungen bietet die Bibliothek der Philosophisch-theologischen Hochschule St. Georgen zusätzliche Ressourcen.

Diese Fülle an Ressourcen im Rhein-Main-Gebiet bietet exzellente Voraussetzungen für Forschungen zu allen Aspekten der Byzantinischen Kultur von der Spätantike bis hin zu rezeptionsgeschichtlichen Fragen.

Rahmenbedingungen

  • 2500,- Euro Stipendium für vier Wochen Aufenthalt in Mainz oder FrankfurtKostenlose Unterbringung im Gästehaus des RGZM kann in folgenden Zeiträumen garantiert werden:
              - Sommersemester 2020: 4. Mai - 28. Juni
              - Wintersemester 2020/21: 19. Oktober - 13. Dezember
    Kostenlose Unterbringung im Gästehaus der Goethe-Universität ist nach Absprache möglich.
  • Die Fellows leisten aus ihren aktuellen Forschungen einen Beitrag zur Vortragsreihe Byzanz in Mainz & Frankfurt.

Bewerbung

  • Bewerber/innen befinden sich in einem frühen Stadium ihrer Karriere (bis ca. sechs Jahre nach der Promotion oder einem gleichwertigen Abschluss, z. B. PhD) und sind an eine Institution im Ausland angebunden (Universität, Forschungseinrichtung, Museum, etc.).
  • Bewerber/innen bearbeiten ein Forschungsvorhaben zum Themenfeld des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz - Byzanz zwischen Orient und Okzident - Mainz/Frankfurt im Zeitraum von der Spätantike bis in die Neuzeit mit konkreten Anknüpfungspunkten zu laufenden Projekten.
  • Die Bewerbung für 2020 muss bis zum 15. Oktober 2019 in elektronischer Form erfolgen und ist an den Geschäftsführer des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz/Frankfurt Dr. Benjamin Fourlas (fourlas(at)rgzm.de) zu senden. Einzureichen sind das Bewerbungsformular und Kopien der akademischen Zeugnisse

 

Wolfgang Fritz Volbach

Das Fellowship ist nach dem bedeutenden Archäologen und Kunsthistoriker Wolfgang Fritz Volbach († 1988) benannt, der 1892 in Mainz geboren wurde. Volbach studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Mittelalterliche Geschichte an den Universitäten Tübingen, München, Berlin und Gießen. Volbach hat während seiner langjährigen wissenschaftlichen Karriere maßgeblich die Erforschung spätantiker und byzantinischer Denkmäler in Deutschland mit geprägt. So war er seit 1917 an der Abteilung für Altchristliche und Byzantinische Kunst des Kaiser-Friedrich-Museums in Berlin beschäftigt, deren Leitung ihm von 1930-1933 oblag. Von 1950-1953 hatte er das Amt des zweiten Direktors des RGZM inne und bekleidete von 1953-1958 den Posten des Museumsdirektors. Ganz im Sinn des Ansatzes des Leibniz-WissenschaftsCampus überschritt er mit seinen Forschungen zur frühchristlichen und mittelalterlichen Archäologie und Kunst die traditionellen Fachgrenzen. Dabei kooperierte er mit namhaften Vertretern der Byzanzforschung seiner Zeit. Vor allem im Bereich der Grundlagenforschung hat Volbach sich durch die Vorlage zahlreicher Katalogwerke große Verdienste erworben. Volbachs Aktivitäten und sein wissenschaftliches Profil haben den Boden für die Verankerung der Byzanzforschung am RGZM bereitet, auf dem seine Nachfolger fruchtbar aufbauen konnten. Er ist als einer der Wegbereiter der Byzanzforschung in Mainz anzusehen, ohne den die Gründung des Leibniz-WissenschaftsCampus - Byzanz zwischen Orient und Okzident unter Federführung des RGZM kaum denkbar gewesen wäre.

 

Volbach (links im Bild) im Gespräch mit Prof. Dr. Victor Lazareff auf dem Internationalen byzantinischen Kongress 1971 in Bukarest.
Volbach (links im Bild) im Gespräch mit Prof. Dr. Victor Lazareff auf dem Internationalen byzantinischen Kongress 1971 in Bukarest.

Bewerbungsformular

 

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