Beschreibungen der byzantinischen Kämpfer in schriftlichen byzantinischen Quellen während der Herrschaft der ersten palaiologischen Kaiser, 1259-1328

Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Lateiner im Jahre 1261 musste sich Michael VIII. (1259-1282) vielen Feinden stellen und zahlreiche Kriege führen. Die byzantinischen Streitkräfte verloren viele Schlachten, aber der Staat konnte bis 1453 überleben und spielte eine bedeutende Rolle in West-, Mittel- und Osteuropa. Als Michael starb, musste sich sein Erbe Andronikos II. (1282-1328) mit dem allmählichen Verlust der Gebiete des Reiches, insbesondere in Kleinasien, und durch einen Bürgerkrieg mit seinem Enkel Andronikos III. (1321-1328) auseinandersetzen. Während dieser Zeit erlitt die kaiserliche Armee zahlreiche Niederlagen.

Das erste Ziel des Projekts ist es, zu untersuchen, wie byzantinische Schriftsteller die in den Schlachten agierenden byzantinischen Kämpfer beschrieben und wie diese Beschreibungen in die jeweilige Agenda der Schriftsteller passten. Der Verständlichkeit halber werden die Kämpfer in zwei Kategorien eingeteilt: Professionelle Kämpfer und "Gelegenheitskämpfer". In der ersten Kategorie wird das Bild des Kaisers als militärischer Führer und Kämpfer ebenso untersucht werden wie die Darstellung verschiedener Führer der kaiserlichen Truppen und Bilder von Soldaten und Söldnern, die in der Armee gedient haben. Die zweite Kategorie umfasst den Klerus und die Zivilbevölkerung, die in einigen Fällen die byzantinischen Streitkräfte unterstützten, sich in anderen Fällen mit dem Feind verbündeten oder sich kampflos ergaben.

Das zweite Ziel ist es, die Vorlagen zu untersuchen, die die Autoren der Spätzeit beim Erstellen der literarischen Kämpferbildern nutzten. Verfassten sie ihre Erzählungen nach klassischen Vorbildern oder gab es eine Kombination aus Vorbildern und freiem Schreiben? Dieses Projekt wird sich hauptsächlich auf die Werke der Rhetorik konzentrieren, die die Regierungszeit von Michael VIII. und Andronikos II. beschreiben und im 13. und 14. Jahrhundert verfasst wurden, sowie auf einige Dokumente, die zu Lebzeiten dieser Kaiser hergestellt wurden.

Die resultierende Arbeit wird ein Repertoire von literarischen Bildern von Kämpfern präsentieren, die spätbyzantinische Autoren in ihrer rhetorischen Arbeit verwendeten. Der Vergleich dieser Bilder mit ähnlichen Bildern früherer Jahrhunderte wird die Entwicklung der byzantinischen Militärdoktrin und der byzantinischen Rhetorik gleichermaßen beleuchten.

 

Betreuung:

Univ.-Prof. Dr. Johannes Pahlitzsch

Univ.-Prof. Dr. Jörg Rogge

Förderung:

DFG (GRK 2304)


Porträt des Pachymeres in einer Handschrift seiner Byzantinischen Geschichte, cod. Monac. gr. 442, fol. 6v, Bayerische Staatsbibliothek, München.

Porträt des Pachymeres in einer Handschrift seiner Byzantinischen Geschichte, cod. Monac. gr. 442, fol. 6v, Bayerische Staatsbibliothek, München.

Mitarbeit

Christos Zafeiropoulos M.A.