Sünder und Verdammte in der Antike und in Byzanz

Verstöße gegen gesetzliche und moralische, menschliche und göttliche Regeln sind unwandelbar Bestandteil menschlichen Verhaltens. Entsprechend setzen sich zu allen Zeiten Einzelpersonen wie auch (gesellschaftliche, religiöse oder staatliche) Einheiten mit den Verstößen auseinander, diskutieren, bewerten und klassifizieren sowohl die Verstöße selbst als auch ihre potentiellen Folgen in Diesseits und Jenseits. Dies kann sowohl in abstrahierender, unpersönlicher Form erfolgen, als auch (exemplarisch) anhand von bestimmten/benannten Personen thematisiert werden.

Ziel des Projektes ist festzustellen, inwiefern Gemeinsamkeiten im Sündenverständnis und seinen (schriftlichen und bildlichen) Manifestationen zwischen der griechisch-römischen Antike und Byzanz existieren, auf welchem Weg antike Konzepte übermittelt wurden und wie sie eventuell adaptiert wurden, um den veränderten moralischen und sozialen Vorstellungen zu entsprechen.

Die chronologisch und geographisch differenzierende Analyse beschäftigt sich u.a. mit der Frage, welche Verstöße thematisiert, anhand von welcher (Art von) Figuren sie verdeutlicht werden, wie ebendiese Figuren geschildert werden (sowohl im Vergleich zu Gestalten, denen andersartige Verstöße zur Last gelegt werden, als auch im Vergleich zu Gestalten, die nicht mit spezifischen Verstößen in Verbindung gebracht werden) und in welchen Kontexten sie auftreten. Neben den bildlichen werden auch schriftliche Quellen in die Untersuchung einbezogen; im Blickfeld stehen hierbei zum einen die Verwendung und Bedeutung von Begriffen, zum anderen ein Vergleich der in den verschiedenartigen Quellentypen gegebenen Inhalte und eine Bewertung der zutage tretenden Unterschiede in (Figuren-/Verstoß-)Auswahl und Schilderung.


Leitung

Univ.-Prof. Dr. Heide Frielinghaus

Univ.-Prof. Dr. Vasiliki Tsamakda

Säule
A. Kulturwandel und Kulturkontinuität