Polyphonie des spätantiken Christentums

Das Projekt widmet der Vielfalt des Christentums im Hinblick auf Austauschprozesse zwischen verschiedenen Formen von Christentümern, nicht nur innerhalb des Römischen Reiches, sondern auch an dessen Peripherie und jenseits seiner Grenzen. Dabei sollen gerade Verflechtungsprozesse innerhalb und außerhalb des Römischen Reiches betrachtet und dessen Multilingualität herausgearbeitet werden. Eine Reihe von Teilprojekten haben einen engen Bezug zur Fragestellung des Leibniz-WissenschaftsCampus Byzanz zwischen Orient und Okzident, insbesondere der Thematic Area 1.

Hartmut Leppin arbeitet an einem Buch über Paradoxe der Parrhesie, aufbauend auf Tria Corda-Vorlesungen in Jena ( https://www.altertum.uni-jena.de/ifamedia/Dateien/Programm+Tria+Corda+2018.pdf). Dabei soll herausgearbeitet werden, wie der Gedanke der freimütigen, an der Wahrheit orientierten Rede, eben der Parrhesie, sich vom klassischen Athen bis zur Spätantike im Griechischen, aber auch in anderen antiken Sprachen entwickelt hat.

Alexander Graumann erörtert auf der Grundlage des augustinischen Briefwechsels die Bedeutung relationaler Einflüsse auf theologische Kontroversen am Beispiel Augustinus‘ von Hippo während des pelagianischen Streites (411 – 430).

Ferner wird von dem Team die Dezentrierung der Spätantike theoretisch und empirisch beleuchtet; dies soll unter anderem durch eine Sektion des Historikertages 2020 geschehen, die die Ausstrahlung römischer Städte an der Peripherie auf Gebiete außerhalb des Römischen Reiches behandelt. 

Das Projekt wird gegenwärtig aus den Mitteln des Leibniz-Preises der DFG finanziert.

 

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Polyphonie des „Vater Unser“ in der Paternosterkirche Jerusalem, Fotos: Croberto68.

Polyphonie des „Vater Unser“ in der Paternosterkirche Jerusalem, Fotos: Croberto68.

Leitung

Univ.-Prof. Dr. Hartmut Leppin

Mitarbeit

Alexander Graumann-Kardan M.A.