Wolfgang Fritz Volbach-Fellowship

Um den Forschungsstandort Mainz im Bereich der Byzantine Studies enger mit der internationalen Fachwelt zu vernetzen, wurde das Wolfgang Fritz Volbach-Fellowship geschaffen. Dieses ermöglicht ausländischen promovierten Wissenschaftlern (senior researcher), die zum Themenfeld des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident arbeiten, einen einmonatigen Forschungsaufenthalt in Mainz, die Nutzung der vorhandenen Bibliotheken und wissenschaftlichen Infrastrukturen sowie den interdisziplinären fachlichen Austausch.

Ressourcen

Die Bibliothek des Römisch-Germanischen Zentralmuseums ist mit einem Bestand von etwa 170.000 Medieneinheiten und 2000 Zeitschriften eine der größten und bedeutendsten Spezialbibliotheken zur Archäologie der alten Welt in Europa. In Kombination mit den umfangreichen Beständen der Bibliotheken an der Johannes Gutenberg-Universität, vor allem des Arbeitsbereichs Byzantinistik am Historischen Seminar sowie der Abteilung Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte am Institut für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft, sind exzellente Voraussetzungen für Forschungen zu allen Aspekten der Byzantinischen Kultur gegeben.

Abgesehen von Bibliotheksbeständen bieten die Sammlung des RGZM, die zahlreiche byzantinische Originale und Repliken umfasst sowie die Sammlung des Prinzen Johann Georg zu Sachsen im Landesmuseum Mainz (Dauerleihgabe des Instituts für Kunstgeschichte und Musikwissenschaft) Referenzmaterial für Forschungen zur Archäologie, Kunstgeschichte und materiellen Kultur.

Konditionen

  • 2000,- Euro Stipendium für vier Wochen Aufenthalt während des Sommer- oder Wintersemesters

  • Kostenlose Unterbringung im Gästehaus des RGZM ist möglich in den Zeiträumen:

    - Wintersemester 2016/17: 24. Oktober – 18. Dezember

    - Sommersemester 2017: 8. Mai – 30. Juni

    - Wintersemester 2017/18: 23. Oktober - 17. Dezember

  • Die Fellows leisten aus ihren aktuellen Forschungen einen Beitrag zur Vortragsreihe Byzanz in Mainz.

Bewerbung

  • Bewerber müssen über eine Promotion oder einen gleichwertigen Abschluss (z. B. PhD) verfügen und dauerhaft im Ausland leben.

  • Bewerber bearbeiten ein Forschungsvorhaben zum Themenfeld des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident

  • Die Bewerbung kann jederzeit erfolgen, wobei folgende Fristen zu beachten sind:

    - bis zum 1. Mai 2016 für einen Forschungsaufenthalt im Wintersemester 2016/17

    - bis zum 1. November 2016 für einen Forschungsaufenthalt im Sommersemester 2017

    - bis zum 1. Mai 2017 für einen Forschungsaufenthalt im Wintersemester 2017/18

  • Die Bewerbung erfolgt in elektronischer Form und ist an den Geschäftsführer des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz Dr. Benjamin Fourlas (fourlas(at)rgzm.de) zu senden. Einzureichen sind das Bewerbungsformular und Kopien der akademischen Zeugnisse.

 

Wolfgang Fritz Volbach

Das Fellowship ist nach dem bedeutenden Archäologen und Kunsthistoriker Wolfgang Fritz Volbach († 1988) benannt, der 1892 in Mainz geboren wurde. Volbach studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie und Mittelalterliche Geschichte an den Universitäten Tübingen, München, Berlin und Gießen. Volbach hat während seiner langjährigen wissenschaftlichen Karriere maßgeblich die Erforschung spätantiker und byzantinischer Denkmäler in Deutschland mit geprägt. So war er seit 1917 an der Abteilung für Altchristliche und Byzantinische Kunst des Kaiser-Friedrich-Museums in Berlin beschäftigt, deren Leitung ihm von 1930-1933 oblag. Von 1950-1953 hatte er das Amt des zweiten Direktors des RGZM inne und bekleidete von 1953-1958 den Posten des Museumsdirektors. Ganz im Sinn des Ansatzes des Leibniz-WissenschaftsCampus überschritt er mit seinen Forschungen zur frühchristlichen und mittelalterlichen Archäologie und Kunst die traditionellen Fachgrenzen. Dabei kooperierte er mit namhaften Vertretern der Byzanzforschung seiner Zeit. Vor allem im Bereich der Grundlagenforschung hat Volbach sich durch die Vorlage zahlreicher Katalogwerke große Verdienste erworben.

Volbachs Aktivitäten und sein wissenschaftliches Profil haben den Boden für die Verankerung der Byzanzforschung am RGZM bereitet, auf dem seine Nachfolger fruchtbar aufbauen konnten. Er ist als einer der Wegbereiter der Byzanzforschung in Mainz anzusehen, ohne den die Gründung des Leibniz-WissenschaftsCampus Mainz: Byzanz zwischen Orient und Okzident unter Federführung des RGZM kaum denkbar gewesen wäre.

Volbach (links im Bild) im Gespräch mit Prof. Dr. Victor Lazareff auf dem Internationalen byzantinischen Kongress 1971 in Bukarest.

Bewerbungsformular

 

Fellows

  • Sommersemester 2016:                Dr. Athanassios Mailis (Chania, Griechenland)