Kirchliche Kontakte und religiöse Diskurse stellen eine grundlegende Konstante in den Beziehungen zwischen Byzanz, dem lateinischen Westen und der slawischen Welt dar, die teils durch enge Kooperation und Austausch sowie Assimilationsprozesse, teils durch scharfe Kontroversen und kriegerische Auseinandersetzungen geprägt waren. Die Forschergruppe „Contact and Discourse within Christianity“ des Mainzer Leibniz-WissenschaftsCampus hat es sich zum Ziel gesetzt, diese Beziehungen vergleichend an verschiedenen Fallbeispielen in unterschiedlichen Regionen und Epochen zu untersuchen: Vom spätantiken Rom oder Zypern über das Frankenreich oder das venezianische Kreta bis zur Rezeption der Geschichte und Kultur von Byzanz im 19. und 20. Jahrhundert in Serbien, Russland oder Griechenland. Dabei soll im Rahmen dieses Workshops konkret nach Formen und Medien des Kontakts, dem Transfer von Wissen übereinander, daraus resultierenden Identitätsbildungsprozessen sowie dem Umgang mit diesen Phänomenen in der postbyzantinischen Rezeption gefragt werden.
Thematisch wird der Workshop in drei Sektionen eingeteilt:
1. Religious practice and cultural knowledge
2. Practicing Christianity in the Byzantine Mediterranean: Modes of interreligious communication
3. The Legacy of Byzantium as research problem